Florian Binder

Schlossergehilfe. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1901    † 1944

 

Lebenslauf

Florian Binder wurde am 12.7.1901 in Fladnitz (Steiermark) geboren Er arbeitete als Schlossergehilfe und war verheiratet.

Aufbau einer kommunistischen Zelle, Leiter einer KPÖ-Gruppe

Florian Binder baute 1941 eine kommunistische Zelle in der Internationalen Schlafwagengesellschaft auf, die er ­leitete und als deren Kassier er fungierte. Er betätigte sich zudem als Leiter der KPÖ-Gruppe Inzersdorf.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Florian Binder wurde am 28. 7. 1942 verhaftet und am 14. 2. 1944 gemeinsam mit seiner Frau Apollonia, Leopold Stipcak und Felix Schmidbauer (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 26.4.1944 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„Der Angeklagte Florian Binder wurde im Frühjahr 1941 von dem Funktionär Leopold Müller aufgefordert, Gelder, die für ’notleidende Familien‘ gesammelt wurden, zu übernehmen und weiterzugeben. Er war hierzu bereit. Im August 1941 lernte er dann den Funktionär Hampl durch Leopold Müller kennen. Auf diesem Treff sagte ihm Müller ohne Rückhalt, um was es sich handelte. Er erklärte dem Angeklagten offen, dass er (Müller) den Teil des KPÖ-Gebietes Himberg, zu dem ­Inzersdorf gehöre, übernehmen werde, und dass der Angeklagte KPÖ-Beiträge von Hampl im Empfang nehmen und an ihn abführen solle.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Porträtbild und Texte aus Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bühnenbild Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Alle anderen Bilder: Privatbesitz / Verein Zur Erinnerung

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


Porträt teilen